Studie: Doping im Job nimmt deutlich zu

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Laut dem Gesundheitsreport 2015 der DAK Gesundheit nehmen ca. drei Millionen Beschäftigte leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente. Jetzt mit betrieblichem Gesundheitsmanagement Stress abbauen.

Knapp drei Millionen Deutsche haben verschreibungspflichtige Medikamente genutzt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Update: Doping am Arbeitsplatz“ hervor. Ein zentrales Ergebnis: Die Anzahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Substanzen schon zum Doping missbraucht haben, ist in den vergangenen sechs Jahren stark gestiegen – von 4,7 auf 6,7 Prozent. Vor allem Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten oder unsicheren Jobs gehören zu den Risikogruppen für den Medikamentenmissbrauch.

Für die repräsentative Studie wurde untersucht, ob und wie Erwerbstätige ohne medizinische Notwendigkeit zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen. Experten nennen das pharmakologisches Neuro-Enhancement. Hierfür hat die DAK-Gesundheit Arzneimitteldaten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten analysiert und zusätzlich mehr als 5.000 Berufstätige im Alter von 20 bis 50 Jahren befragt. Demnach haben 6,7 Prozent der Berufstätigen, also knapp drei Millionen Menschen, das sogenannte Hirndoping wenigstens schon einmal praktiziert. Bei einem vergleichbaren DAK-Report waren es 2008 noch 4,7 Prozent.

Nach den Ergebnissen des DAK-Gesundheitsreports 2015 gibt es zudem eine hohe Dunkelziffer von bis zu zwölf Prozent. Hochgerechnet auf die Bevölkerung haben damit fünf Millionen Erwerbstätige schon einmal leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente zum Hirndoping eingenommen. Und: Unter den übrigen Erwerbstätigen ist jeder Zehnte für diese Form des Hirndopings prinzipiell aufgeschlossen. Regelmäßig dopen sich laut Studie knapp eine Millionen Berufstätige (1,9 Prozent). „Auch wenn Doping im Job in Deutschland noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal“, warnt DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher. „Suchtgefahren und Nebenwirkungen des Hirndopings sind nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir auch beim Thema Gesundheit vorausschauen und über unsere Wertvorstellungen und Lebensstilfragen diskutieren.“

Männer wollen mehr Leistung
Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Vier von zehn Dopern gaben an, bei konkreten Anlässen wie anstehenden Präsentationen oder wichtigen Verhandlungen Medikamente einzunehmen. Männer versuchen so vor allem, berufliche Ziele noch besser zu erreichen. Und sie wollen auch nach der Arbeit noch Energie für Freizeit und Privates haben. Frauen nehmen eher Medikamente, damit ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und sie emotional stabil genug sind.

Jetzt ein aktives Stressmanagement im Unternehmen integrieren
Unternehmen sollten hier auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement BGM setzen, welches auch beim Umgang mit Stressoren gewinnbringend eingesetzt werden kann. Die BSA-Akademie bietet Unternehmen explizit für BGM-Beauftragte oder Personaler die staatlich geprüfte und zugelassene Qualifikation zum „Gesundheitsexperte im Betrieb – Förderung der psychosozialen Gesundheit“ im Fachbereich BGM an. Mit dieser Qualifikation erhalten die Teilnehmer auch das direkt umsetzbare „Programm zur Förderung der psychosozialen Gesundheit“. Wer an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement studiert, kann beispielsweise beim „Master of Arts“ Prävention und Gesundheitsmanagement die Studienschwerpunkte „BGM“ oder „Stressmanagement“ wählen und sich ein breites Spektrum an Kompetenzen in diesem Zukunftsmarkt aufbauen.

Weitere Informationen
Pressemitteilung der DAK Gesundheit
Lehrgänge der BSA-Akademie im Fachbereich BGM
Praxisprogramme
Studiengänge der DHfPG

07.07.2015