Präventionsgesetz bietet Chancen und Risiken für das BGM

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Nachdem der Bundestag am 18.06.2015 das Präventionsgesetz beschlossen hat, werden spätestens ab 2016, sobald der finanzielle Spielraum größer wird, Krankenkassen, Dienstleister und auch die Unternehmen selbst ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet ausweiten.

Der Gesetzgeber sieht neben der finanziellen Aufstockung für die betriebliche Gesundheitsförderung vor, insbesondere Kleinstbetriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen stärker einzubeziehen, die Gesundheitsförderung mit dem Arbeitsschutz zu verknüpfen und Maßnahmen zur Bewältigung der demografischen Herausforderung anzugehen. Bei den Maßnahmen sollen, so das Gesetz, die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie die Fachkräfte für Arbeitssicherheit eingebunden werden. Hier wird sich zeigen, welche Möglichkeiten in der betrieblichen Praxis realistisch umsetzbar sein werden, da Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bereits in ihrer originären Arbeit stark eingebunden sind. Völlig offen sind zudem die organisatorischen Strukturen für die Umsetzung.

Welche Konzepte und Programme werden akzeptiert? Wer prüft diese und an welcher Stelle sind diese einzureichen? Was bedeutet die Formulierung eines niederschwelligen und unbürokratischen Zugangs zu den Leistungen und wie passt der erst Ende Dezember 2014 verabschiedete Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes zum Präventionsgesetz? Es besteht die Gefahr, dass trotz mehr Geld und der Erkenntnis zur Stärkung der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), Konzepte und Maßnahmen nur sehr schleppend realisiert werden können, da die hierfür notwendigen Strukturen noch nicht bestehen. Hier sind dringend Lösungen gefragt, so dass Unternehmen auch im Sinne des Gesetzes entsprechend unterstützt werden können.

BGM: So profitieren Unternehmen und Institutionen
Entscheidende Argumente aus Unternehmersicht für die Einführung eines Betriebliches Gesundheitsmanagements (BGM) sind die demografische Entwicklung und der damit verbundene drohende Fach- und Führungskräftemangel sowie BGM als wichtige Ergänzung zum gesetzlich geregelten Arbeitsschutz. Beispielsweise, wenn es um die Wiederherstellung und den Erhalt der Leistungsfähigkeit im Rahmen von Fehlzeiten- und Eingliederungsmanagement geht. Gleichzeitig ist, wer sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, leistungsbereiter und leistungsfähiger. Hier sind z. B. Angebote wie Führungskräftecoaching, Stressmanagement-Seminare oder Teambuilding-Maßnahmen eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Zusammenarbeit in einzelnen Bereichen zu verbessern sowie die Motivationslage der Belegschaft und das Sozialklima vor Ort positiv zu beeinflussen.

Mit den Lehrgängen der BSA-Akademie im Fachbereich Betriebliches Gesundheitsmanagement können Unternehmen ihre Mitarbeiter fit machen, um Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu plane, koordinieren und durchzuführen.

Aufstiegskongress: BGM auch für kleine und mittlere Unternehmen lohnenswert?
Gesund und fit bis zur Rente!? Nicht nur Großunternehmen, sondern insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sich zunehmend der Herausforderung stellen, wie sie ihre Mitarbeiter gesund und leistungsfähig halten können. Hohe Fehlzeiten, Langzeiterkrankungen, Rückenprobleme und psychische Erkrankungen machen auch vor kleinen und mittelständischen Betrieben nicht halt. Insofern erhalten Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit von Beschäftigten in KMU eine ganz besondere Bedeutung. Sie ermöglichen es, den gesundheitlichen Herausforderungen wirksam entgegenzutreten und Wettbewerbsvorteile beim Finden neuer Mitarbeiter zu erlangen. Allerdings stellt die Einführung und Umsetzung eines nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) viele KMU vor große Probleme. Der Einbezug von externem Sachverstand ist in vielen Betriebe unerlässlich.

Das Forum Betriebliches Gesundheitsmanagement unter den Titel „BGM in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) - Eine Zielgruppe mit viel Potenzial“ zeigt auf, wie ein BGM-Konzept für KMU gestaltet sein muss, welche Potenziale sich für Gesundheitsdienstleister und Berater ergeben und welche Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten sich durch den neuen Präventionsleitfaden der gesetzlichen Krankenkassen sowie das neue Präventionsgesetz bieten.

Im Forum erfahren die Teilnehmer, welche Anforderungen an ein BGM in KMU gestellt werden, wie praktische Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung in KMUs aussehen können und wie wie Gesundheitsdienstleister von dem neuen Präventionsleitfaden und dem Präventionsgesetz profitieren können.

Weitere Informationen:
Fachbereich BGM
Forum BGM

06.08.2015